Imprägnierung Impräenierung, Fragen Sie einen Fachmann

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Warum wird die Imprägnierung einer elektrischen Wicklung empfohlen?
Die Imprägnierung elektrischer Wicklungen (Statoren, Rotoren, Spulen) ist eine qualitätssteigernde Massnahme, die üblicherweise gefordert wird, wenn elektrische Maschinen unter mehr oder weniger anspruchsvollen Betriebsbedingungen eingesetzt werden.
Die Betriebsklassen werden in vier Hauptkategorien unterteilt:

  • S1 - Dauerbetrieb (Hydraulikpumpen, Ventilatoren, Gebläse)
  • S2 - Kurzzeitbetrieb (Haushaltsgeräte wie Handrührer, Haartrockner u. ä.)
  • S3 - Aussetzbetrieb (Hubmotoren)
  • S6 - Periodischer Dauerbetrieb (Holzbearbeitungsmaschinen, Hydraulikdruckpumpen)

Für die Imprägnierung werden thermisch isolierende Harze und/oder Lacke verwendet, mit Formulierungen auf Basis von Polyester, Epoxid, Polyurethan, Silikon u. a.
Die Auswahl des richtigen Harztyps muss entsprechend der Wärmeklasse des Motors erfolgen:

  • Klasse A (105°C)
  • Klasse E (120°C)
  • Klasse B (130°C)
  • Klasse F (155°C)
  • Klasse H (180°C)
  • Klasse N (200°C)
  • Klasse R (220°C)
  • Klasse S (240°C)

Es versteht sich, dass Harze mit niedrigerer Wärmeklasse geringere Eigenschaften und Leistungen aufweisen als jene, die für hohe Temperaturen ausgelegt sind, wie die Klassen H, N, R und S.
Die wesentlichen Ziele der Wicklungsimprägnierung sind:

  • erhöhte elektrische Isolation
  • verbesserte mechanische Festigkeit der Baugruppe Blechpaket-Wicklung
  • Sättigung der Nuten des Blechpakets (bis zu 100 % Füllgrad)

Welche Imprägnierverfahren gibt es und wann sollte welches gewählt werden?
Die Wahl des richtigen Imprägnierverfahrens für Statoren und Rotoren bedeutet, Isolationsqualität, Wiederholbarkeit, Durchsatz und Harzverbrauch in Einklang zu bringen.
Die in der E-Mobilitätsindustrie am häufigsten eingesetzten Technologien reichen von der Träufeln über Tauchen und kontrolliertes Dosieren/Befüllen bis hin zu vakuumunterstützten Lösungen zur Minimierung eingeschlossener Luftblasen.

  • Trickling (Träufeln): Das Harz wird über Düsen auf definierte Punkte dosiert, während das Bauteil um seine eigene Achse rotiert. Diese Methode ist die bevorzugte Wahl, wenn hohe Wiederholbarkeit, ein sauberer Prozess ohne Nachreinigungsaufwand und die Integration in automatisierte Linien gefordert sind.
  • Roll Dip (Tauchen mit Rotation): kombiniert Tauchen und Rotation, um eine robuste, industrietaugliche Sättigung zu erzielen. Wird gewählt, wenn ein guter Kompromiss zwischen Imprägnierqualität und Prozesseinfachheit angestrebt wird.
  • Cold Dipping / Hot Dipping / Joule Dipping: Kalt Tauchen / Warm Tauchen / Wiederstanderwärmung Tauchen
    Tauchen eignet sich, wenn ein bewährtes Verfahren benötigt wird. Die Warm-Variante (Vorwärmung) wird bevorzugt, um die Harzpenetrationsgeschwindigkeit zu verbessern, Wiederstanderwärmung Tauchen eingesetzt wird, wenn eine engere Kontrolle des thermischen Verhaltens des Bauteils und höhere Nutsättigungsgrade angestrebt werden.
  • Vakuumverguss (Vacuum Potting): ein Füll- und Einbettungsverfahren mit Harzen, überwiegend zwei-Komponenten Epoxidharzen mit mittlerem Füllstoffanteil. Das Vakuum reduziert eingeschlossene Luft in den Stator Nuten und verbessert die Füllqualität. Dieses Verfahren wird gewählt, wenn die Maximierung des Nutsättigungsgrades mit mittel bis hochgefüllten Harzen Priorität hat, um die Wärmeabfuhr aus dem Motor im Betrieb zu verbessern.
  • Dispensing / Encapsulation: präzise Harzapplikation für lokalisierte Behandlungen oder integrierte Imprägnier Zyklen. Ideal, wenn Dosiergenauigkeit, Wiederholbarkeit und Materialkontrolle gefordert sind, insbesondere an kritischen Bereichen oder komplexen Bauteilen.

Wie wird das Ergebnis von Imprägnierung und Pulverbeschichtung gemessen?
Das Ergebnis wird anhand von zwei Testkategorien bewertet: zerstörende und zerstörungsfreie Prüfung.
Zerstörende Prüfung: Nach Abschluss der Imprägnier- und Aushärtephase wird der Stator entlang des Blechpakets aufgeschnitten und die Nuten unter dem Mikroskop untersucht, um den Nutsättigungsgrad zu berechnen (je Einzelnut und als Mittelwert über alle Nuten). In bestimmten Spezialanwendungen werden beide Wickelköpfe des Stators abgetrennt und die Wicklungsstäbe aus dem Blechpaket entnommen, um Biege- und Torsionsfestigkeitsprüfungen durchzuführen.
Zerstörungsfreie Prüfung: Hierbei handelt es sich um eine vollständige elektrische Prüfung des imprägnierten und ausgehärteten Stators.
Auf automatisierten Fertigungslinien wird 100 % der Produktion elektrisch erfasst, sowohl vor als auch nach der Imprägnierung. Damit stehen für jedes einzelne gefertigte Bauteil relevante Daten sowie der durch den Prozess erzielte elektrische Qualitätszuwachs zur Verfügung.
Die wesentlichen am Stator durchgeführten Prüfungen sind:

  • Durchschlagspannungsprüfung (Die Isolationsfestigkeit, AC-Spannungstest)
  • Stosspannungsprüfung (Surge-Test)
  • Drehtest
  • Ohmscher Widerstandstest
  • Inversionstest
  • Isolationsprüfung mit Teilentladungsmessung

Welche Parameter beeinflussen die Prozesswiederholbarkeit?
Um zuverlässige elektrische Isolation und Produktionswiederholbarkeit bei Statoren zu erzielen, insbesondere bei Hairpin/I-Pin-Typen für Automotive- und Hochspannungsanwendungen, müssen die Qualitätskontrollen Materialien, den Prozess selbst sowie die elektrischen End-of-Line-Tests abdecken.
Bei der Imprägnierung setzen die wirksamsten Kontrollen beim Harz an: Viskositätsprüfung, Chargenverfolgbarkeit und Stabilität der Einsatzbedingungen.
Während des Zyklus ist es entscheidend, die Schlüsselparameter wie Harzdurchfluss und -volumen, Drehzahl, Temperaturen und Zeiten kontinuierlich zu erfassen und konstant zu halten, da sie eine gleichmäßige Nutsättigung bestimmen und Fehler wie Trockenzonen oder Harzläufer verhindern.
Nachgelagert wird die Qualität durch ergebnisbezogene Kontrollen bestätigt, z. B. Wiegen des Bauteils vor und nach dem Prozess zur Beurteilung der Harzaufnahme, sowie durch die in Punkt 3 beschriebenen elektrischen Tests.
Bei der Pulverbeschichtung, die zum Schutz und zur Isolation kritischer Bereiche wie Schweißnähte an Hairpin-Statoren eingesetzt wird, betreffen die wesentlichen Kontrollen Beschichtungsdeckung und Schichtdicke, Haftung, korrekte Ofenaushärtung und das Fehlen von Mikrofehlern, die die Durchschlagfestigkeit beeinträchtigen könnten. Je nach Projektspezifikation werden gezielte elektrische Prüfungen an der Isolationsbeschichtung ergänzt.
Auch die Anfangssauberkeit des Bauteils und das Harzmanagement, einschließlich Kontaminationsüberwachung, Nachfüllung und Zustandskontrollen, haben einen erheblichen Einfluss. Eine korrekt geregelte Anlage reduziert Ausschuss und Nacharbeit.

Welche Bauteiltypen können imprägniert werden?
Statoren (Runddraht oder Hairpin): der häufigste Anwendungsfall. Die Imprägnierung dient der Erhöhung der elektrischen Isolation, der mechanischen Robustheit und der thermischen Stabilität der Wicklung. Für Runddraht-Statoren werden Träufeln, Tauch-Rollieren oder Tauchen je nach Volumen und Anforderungen eingesetzt; bei Hairpin-Statoren ist neben der Imprägnierung häufig eine gesonderte Behandlung der Schweiß Verbindungen erforderlich, z. B. Gel Beschichtung oder andere isolierende Beschichtungen, um die Isolation in den kritischsten Bereichen wiederherzustellen.
Rotoren (gewickelt oder mit komplexen Geometrien): die Imprägnierung dient in erster Linie der Fixierung und dem Schutz der Wicklung und der Strukturelemente gegen Fliehkräfte, Vibrationen und thermische Wechselbeanspruchungen sowie der Isolation. Tecnofirma bietet spezifische Lösungen und Technologien auch für Rotoren an.
Statoren mit Permanentmagneten: die Isolation betrifft häufig spezifische Bereiche wie Wicklungen, Verbindungszonen und den Schutz vor Kontamination. Die Anwesenheit der Magnete erfordert besondere Aufmerksamkeit hinsichtlich der maximal zulässigen Temperatur während Verarbeitung und Aushärtung, der chemischen Verträglichkeit der Materialien mit Magneten und Klebstoffen sowie der Vermeidung unerwünschter Ablagerungen.
Rotoren mit eingebetteten Permanentmagneten (IPM): beim IPM-Rotor ist das Ziel nicht allein die Isolation. Mechanische Stabilität und Schutz gegen Mikrobewegungen und Delamination- Erscheinungen im Betrieb sind häufig ebenso wichtig. Typische Prozessentscheidungen bevorzugen Verfahren, die eine gute Füllkontrolle und thermische Profile gewährleisten, die mit Magneten und Klebverbindungen kompatibel sind.

Wie lange dauert ein Imprägnier Zyklus?
Die tatsächliche Zyklusdauer variiert je nach eingesetztem Verfahren, Harz-Typ und vor allem je nach Bauart des zu imprägnierenden Statoren und/oder Rotoren.
Ein typischer Imprägnier-Zyklus umfasst folgende Phasen:

  • Einlegen des zu imprägnierenden Bauteils
  • Vorwärmung auf die erforderliche Temperatur (abhängig vom Harz-Typ)
  • aktive Imprägnierung
  • Harzgelierung im Ofen
  • Harzaushärtung (Polymerisation)

Alle genannten Phasen werden auf Serienfertigungsanlagen in vollautomatischem Betrieb ausgeführt und über bauteilspezifische Behandlungsrezepte gesteuert.

Was ist Träufeln und warum wird es in E-Motoren so häufig eingesetzt?
Beim Trickling wird ein Harz mit niedriger bis mittlerer Viskosität über Düsen auf Statoren oder Rotoren dosiert, während das Bauteil rotiert. Ziel ist es, das Harz nur dort aufzutragen, wo es benötigt wird, kontrolliert und wiederholbar, um eine gut imprägnierte Wicklung zu erzielen, ohne unerwünschte Bereiche wie die Blechpaketoberflächen zu kontaminieren.
Die Gründe für den verbreiteten Einsatz in E-Motoren, insbesondere in der Automotive- und E-Mobilitätsindustrie, sind:

  • Qualität und Wiederholbarkeit: die Kombination aus Rotation und definierten Dosierpunkten ermöglicht eine sehr gleichmäßige Wicklungssättigung, die für konstante Qualität bei hohen Produktionsvolumina entscheidend ist.
  • Weniger Harz, weniger Ausschuss: Da es sich um eine lokalisierte Applikation handelt, reduziert Trickling den Materialverbrauch und den Reinigungsaufwand im Vergleich zur Tauchimprägnierung, wenn diese nicht erforderlich ist.
  • Industrielle Produktivität: das Verfahren ist gut für automatisierte Linien und optimierte Zyklen geeignet, mit präziser Steuerung von Durchfluss und Zeiten.
  • Motorleistung: ein höherer Nutsättigungsgrad und eine gründliche Imprägnierung verbessern die mechanische Stabilität der Wicklung und die Wärmeabfuhr, beides kritische Aspekte in hochleistungsdichten E-Motoren.
  • Feinparameterkontrolle: bei anspruchsvolleren Anwendungen wie Hairpin-Statoren ist die Möglichkeit wichtig, Harzdurchfluss, Drehzahl und Drehrichtung, Neigungswinkel, Temperaturen und Zeiten präzise anpassen zu können, um sich an verschiedene Geometrien und Anforderungen anzupassen.

Ist die Anlage in eine automatisierte Linie integrierbar?
Ja. Die Anlagen können mit automatischem Handling und Produktionsflüssen integriert werden, einschließlich Rückverfolgbarkeit, Rezeptverwaltung und Schnittstelle zu Fabriksystemen. Die Automatisierung trägt zur Stabilisierung des Zyklus, zur Reduzierung von Bedienungsfehlern und zur Steigerung der Produktivität bei. Die Anlagenauslegung muss Sicherheitsaspekte, Be- und Entladelogik sowie die Verwaltung von Verbrauchsmaterialien berücksichtigen.

Welche Wartung ist an einer Imprägnier-Anlage erforderlich?
Die Wartung wird auf Basis der jeweiligen Maschinenart organisiert. Jede an Kunden gelieferte Anlage wird mit eigens erstellten Wartungshandbüchern ausgeliefert, in denen die Durchführungsmodalitäten und der Turnus der Wartungsarbeiten beschrieben sind. Auch das Harzmanagement, einschließlich Zustandsüberwachung, Nachfüllung und Kreislaufreinigung, ist für die Sicherstellung der Prozessqualität von Bedeutung. Präventive Wartungspläne reduzieren Stillstand-Zeiten und verbessern die Wiederholbarkeit.

Wie wählt man die richtige Tecnofirma-Imprägniermaschine aus?
Die Wahl der Maschine hängt von fünf Variablen ab: Volumen (Teile pro Stunde und Schichten), Produktstabilität (Variantenmix vs. stabiles Einzelmodell), Bauteiltyp (Statoren/Rotoren, Runddraht oder Hairpin), erforderliche Technologie (Träufeln/Tauch Rollieren/Tauchen) und der geforderte Skalierbarkeitsgrad der Anlage.

  • Pilot Line: ideal für F&E, Prozessvalidierung und Kleinserien, da verschiedene Technologien getestet werden können und die Anlage zu einer automatisierten Roboterzelle für flexible Fertigung ausgebaut werden kann.
  • Ring Line: die typische Wahl für hohen Durchsatz und hohe Wiederholbarkeit. Die Bauteile sind auf Dorne montiert und verbleiben während der gesamten Prozessphase in kontinuierlicher Rotation, was Gleichmäßigkeit und Qualität bei hohen Volumina fördert.
  • U Line: geeignet, wenn in einer einzigen Maschine nicht nur die Harzimprägnierung, sondern auch lokalisierte Schweißnaht-Behandlungen wie Gel Beschichtung, wie sie bei Hairpin-Statoren typisch sind, durchgeführt werden sollen. Dies reduziert Handhabungsschritte, Bauteilbewegungen und externe Integrationen. Besonders geeignet für Umgebungen mit festen Volumina und einem stabilen Produkt, bei denen ein vollständiger, standardisierter und wiederholbarer Zyklus im Vordergrund steht.
  • Camelot Line: empfohlen, wenn Tauchen die primäre Anforderung ist und eine breite Produktpalette mit Kalt/Warm/elektrische Wiederstand-Zyklen behandelt werden muss, mit dem Schwerpunkt auf einem bewährten und industriell robusten Prozess.
  • Modulare Maschine: ideal für E-Mobilitätsprojekte, die echte konfigurierbare Flexibilität und Skalierbarkeit erfordern. Die Linie wächst modular, auch parallel, und ermöglicht die Anpassung von Layout und Kapazität an veränderte Volumina und Produktvarianten.
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